Aus dieser Entfernung war es nur schwer mit Gewißheit zu sagen, doch
Richard bezweifelte, daß es sich bei dem Mann um einen Soldaten
handelte. Ein Spaher noch dazu in seiner eigenen Heimat, war er
vermutlich ebensowenig. Ein Soldat hatte ohnehin kaum Grund, sich in
dieses unbewohnte Gebiet zu wagen. Schließlich hatte Richard diesen Weg -
erst ostlich im Schatten der Berge, dann auf einer nordlicheren Route
wieder zuruck zu seinem Ausgangspunkt - exakt aus diesem Grund gewahlt.
Richard erklomm die Ruckseite eines schmalen Felsgrats, druckte sich
mit dem Bauch auf den Boden und riskierte einen Blick uber den Kamm. Als
der Mann naher kam, sah Richard, daß er noch jung war, nicht einmal
dreißig. Er wirkte hager und war mitnichten wie ein Soldat gekleidet.
Sein unbeholfenes Stolpern ließ vermuten, daß er entweder mit dem
Gelande nicht vertraut oder das Wandern einfach nicht kaufen steroide gewohnt war. Uber
loses, scharfkantiges Trummergestein zu kraxeln war ermudend, zumal am
Hang, wo man nirgendwo festen Boden hatte, der ein gleichmaßiges
Ausschreiten erlaubte.
Der Mann blieb stehen, reckte den Hals und spahte zum Wagen hinuber.
Keuchend von der Anstrengung des Abstiegs, strich er sich mehrfach das
dunne blonde Haar aus dem Gesicht, ehe er den Oberkorper vorbeugte und
sich mit einer Hand auf dem Knie abstutzte, um zu verschnaufen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen