Er legte zartlich den Arm um Kahlans Hufte, die sich darauf, wie als
Antwort auf seine wortlose Geste, lachelnd an ihn schmiegte. Daß sie auf
dieser Reise zu Mann und Frau geworden waren, kam ihr erstaunlicher vor
als alles, was sie sich je zu ertraumen gewagt hatte, denn Frauen wie
ihr - Konfessorinnen - war es normalerweise verwehrt, sich romantischen
Gefuhlen hinzugeben. Richard zuliebe war sie das Wagnis eingegangen -
und hatte seine Liebe gewonnen.
Jennsen wiederum hatte eine geradezu ehrfurchtige Scheu ergriffen, als
sie spurte, daß sie mit offenen Armen aufgenommen wurde. Nach allem, was
sie bislang hatten in Erfahrung bringen konnen, hatte sie sich wahrend
ihrer ganzen Kindheit verstecken mussen, hatte sie in standiger Angst
gelebt, ihr Vater, der vormalige Lord Rahl, werde sie letztlich doch
aufspuren und umbringen lassen, wie alle seine anderen nicht mit der
Gabe geborenen Nachkommen auch.
Richard gab Tom und Friedrich, die beim Wagen und den Pferden
zuruckgeblieben waren, das Signal, daß sie fur die Nacht halt machen
wollten. Tom hob den Arm zum Zeichen, daß er verstanden hatte, und ging
daran, sein Gespann abzukoppeln.
Jetzt, da die Riesenkrahen am dunklen, leeren Nachthimmel uber dem
westlichen Horizont nicht mehr zu erkennen waren, wandte sich Jennsen
wieder Richard zu. "Ich vermute, ihre Federn haben an der Spitze eine
schwarze Zeichnung."